*circe* wrote:
Man sollte allerdings auch nicht unerwähnt lassen, dass die Verkaufsprovision bei Auktionen für gewerbliche Verkäufer günstiger ist.
Trotzalledem ist die Einstellgebühr halt verloren, wenn der Artikel nicht verkauft wird. Und solange diese so hoch ist und auf die Höhe des Startpreises abgestimmt, so lange wird es Pusherei geben.

Du verzeihst, liebe *circe*, dass ich deine Theorie anzweifle. Ich meine: Eine Reduktion der Auktions-Einstellgebühren für Gewerbliche auf Null - bringt genau Null.
Ich begründe das gerne:
Gewerbliche Verkäufer stellen 95-98% ihrer Artikel zum Festpreis - in ihrem Shop ein. Natürlich: bei einigen (wenigen), meist kleineren Gewerblichen, ist die Relation etwas anders, dafür ist der Prozentsatz bei manchen exakt 100%.
Und das, obwohl die Verkaufsprovision für Shop-Artikel mehr als doppelt so hoch ist, als bei Auktions-Artikeln (die Verkaufsprovision für Auktionen gewerblicher Verkäufer ist de facto nur halb so hoch wie die VK-Prov. für private Verkäufer). Man kann natürlich damit argumentieren, dass bei kleinpreisigen Artikeln die Summe aus Angebots- und Verkaufsgebühren höher ist, als die Summe aus Angebots- und Verkaufsgebühren bei Festpreisen. Aber bei höherpreisigen Artikeln wären Auktionen - was die Gebühren betrifft - jedenfalls für Gewerbliche günstiger.
Tatsache ist jedoch, dass in den allermeisten Fällen Auktionen - soferne sie "unbepusht" bleiben, und sofern es sich um vergleichbare Neuware handelt, zu deutlich niedrigeren Preisen "weggehen". Sind sie doch nur maximal 10 Tage online. Shop-Artikel können jedoch sehr kostengünstig monatelang - oft ein Jahr lang - eingestellt werden, bis der "richtige" Käufer kommt, der den gewünschten Betrag bezahlt. Das heißt: auch wenn Auktionen für gewerbliche kostenlos einstellbar wären, würden dennoch weit mehr als 90% der Artikel als Festpreis-Angebot im Shop verbleiben.
Es gibt 3 Arten von Artikeln, für die Gewerbliche Verkäufer Auktionen anbieten:
a) Artikel, bei denen sie nicht wissen, welcher Preis erzielbar ist (gewisse Sammlerartikel haben eben keinen vergleichbaren Preis).
b) Artikel, die sie um jeden Preis, egal welchen, los werden wollen. Und
c) Artikel, die als "Werbung" dienen und zum breit sortierten Festpreisangebot im Shop führen sollen, bzw. Interessenten, die üblicherweise nur bei Auktionen suchen (und das sind nach wie vor eine ganze Menge!) vielleicht doch zum "regulären" Angebot im Shop des Verkäufers führen sollen.
Die Kategorien a) und b) werden derzeit (meist) um Euro 1,- eingestellt, und würden dies auch, wenn das Einstellen für Gewerbliche kostenlos wäre. Und wie verhält es sich mit Kategorie c?
Ich behaupte: EBENSO! Es ist für Verkäufer reizlos, einen Artikel, den sie um (Beispiel) 24,99 in ihrem Shop haben, um den selben Preis, oder auch um 19,99 als Auktion anzubieten. Diejenigen Käufer, die sich nicht für Auktionen interessieren, denen das Warten auf ein Auktionsende zu mühsam ist, diejenigen also, die ohnedies "shoppen" und nicht "Schnäppchen machen" wollen, die finden ohnedies zu den Shop-Artikeln. Es geht aber Gewerblichen bei "Werbe-Auktionen" immer um die Schnäppchenjäger, und um die Leute, die bloß Auktionen beachten und Festpreisartikel in ihrer Suche ohnedies ausblenden. Solche Leute KANN man aber nicht ködern, wenn ein Artikel gleich zu einem höheren (marktgerechten) Verkaufspreis angeboten wird, die KANN man nur damit ködern, wenn sie Artikel finden, die entweder um Euro 1,-, oder meinetwegen auch etwas höher, aber dennoch zu einem Startpreis in "Schnäppchenhöhe" angeboten werden.
Ein kostenloses "Auktions-Einstellen" für Gewerbliche VK würde also an deren Einstellverhalten absolut nichts ändern. WENN schon (falls überhaupt) Auktionen von Gewerblichen eingestellt werden, dann würde der Einstellpreis auch in diesem Fall in 99,5% der Fälle bei 1,- liegen, und nicht bei einem marktgerechten Startpreis, der gleichzeitig auch der Verkaufspreis sein könnte. Und wenn es sich bei diesen Werbe- oder Lock-Angeboten eben um reguläre Handelsware handelt, die der Verkäufer nicht unter einem gewissen Preis abgeben kann oder will, würde das Pushen dieser Artikel nicht verringert, geschweige denn beendet werden. Es wäre nur ein Einnahmenverlust für eBay, den das Unternehmen sich an irgendeiner anderen Stelle durch die Erhöhung irgendwelcher anderer Gebühren wieder holen würde.
De facto also: kostenlose Auktionen für gewerbliche VK wären in meinen Augen eine Maßnahme, die für GV die um 1,- einstellen zwar den einen oder anderen Euro an Einstellgebühren ersparen ließe, aber in Hinblick auf das Pushen keinen Nutzen hätte.
Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut. Ihr dürft jetzt weitermachen! 