devilgator wrote:
TE muß es legal machen. Kurierdienst als Kleingewerbe in D anmelden und seine Leistungen (moderat) berechnen. In D irgend ein billiges Loch mit Adresse als Geschäftssitz mieten. Freier Warenverkehr innert der EU ist statthaft und wie TE letztlich von D aus weiter befördert kann ihm keiner vorschreiben. Auf jeden Fall bietet sich da für TE eine Art Marktlücke an. Ich finde die Idee grundsätzlich gut.
The Devil

Richtig: Wenn man so eine Dienstleistung anbietet, dann kann man sich nur vor strafrechtlicher Verfolgung (UND VOR ABMAHNUNGEN durch die Konkurrenz!) nur schützen, wenn man die Dienstleistung als legaler, gewerblicher Unternehmer anbietet.
Eigentlich bin ich ja davon überzeugt, zu wissen,dass die Post-Aufgabe von Sendungen im Ausland, zum Zwecke der Umgehung der eigenen Auslands-Postgebühren im Inland, verboten ist. Aber ich habe darüber nachgedacht: wenn es Gewerblich durchgeführt (Transportdienstleistung oder Kurier oder Ähnliches) dann müsste es eigentlich legal sein (müsste man natürlich einen Anwalt konsultieren), aber nehmen wir mal an, es ist legal.
Was wäre da alles zu beachten:
+) Klar: Kosten für "Anmietung eines Lochs" in D, das als Absenderadresse für die Sendungen in D fungiert. Somit auch: Kosten für Eröffnung einer Gewerbe-Zweigstelle in D, Versteuerung der in D erbrachten Dienstleistung (Haupt-Dienstleistung ist die Abgabe von Sendungen in D, also in D zu versteuern!Aber weriter:
+) Kosten für Arbeitsaufwand: Sendungsannahme der Absender in A, Kontrolle, ob alle vom Absender enthaltende Sendungen im Paket auch enthalten sind, ob die vom Absender gemeldeten Gewichte der Sendungen auch stimmen.
Frankierung der Sendungen mit Deutscher Freimachung: entweder online, oder auch erst in D bei einer Post (TE spricht zwar vom Kauf von Deutscher Online-Frankierung durch den Absender in A, das wäre aber nur für Privatversender möglich. Die Österr. Finanz würde den Finanzaufwand für Deutsche Frankatur mit Sicherheit nicht anerkennen, nur dann, wenn sie von TE als Bestandteil der Dienstleistung des TE an den Absender fakturiert würden.
Zeitaufwand für Fakturierung der Frankierungen, Fakturierung des Zeitaufwandes und der anteiligen Kosten der Beförderungs-Dienstleistung von A nach D zur Post (könnte man auch einfach je Stück machen, muss nicht unbedingt nach Gewicht gehen), (für Kleinmengen, die volumsmäßig und auch größenmäßig in einen Briefkasten passen, lohnt sich der Spaß natürlich nicht!), der Zeitaufwand bei der Deutschen Post.
Wie denn fakturieren? Vorkasse? Soll der eigentliche Absender ein Depot hinterlegen? Das wiederum eines "Depotführungs-Aufwandes" durch den TE bedarf? Oder auf offene Rechnung?
Und vor allem: wie soll der eigentliche Absender reagieren, wenn der Empfänger die Sendung nicht erhält? Soll der Verkäufer sagen, lieber Käufer, ich hab´s ja verschickt, aber nicht an dich, sondern an meinen Partner, warte doch ein bisschen, ich frag den mal...
Und wie sieht es mit Versicherung aus? Mit Haftung? TE muss sich gegen alles mögliche versichern, das verursacht eine Menge Kosten.
ABER, jetzt kommt´s vor allem: TE meint, 1-2x wöchentlich würde er nach D fahren, Sendungen aufgeben. Da soll der Absender vielleicht eine Woche sammeln, bevor er zum TE versendet, der wartet dann ein paar Tage, bis er das nächste Mal nach D sendet, und schon lange bevor die Sendung beim Käufer ist, hat dieser mit der roten Karte gewunken, weil es ihm schon viel zu lange dauert.
Es ist als legaler "Nebenerwerb" arbeits- und kostenintensiv, und als "Freundschafts-Pfusch" viel zu riskant. Maximal praktikabel durch einen bestehenden Spediteur oder sonstigen Zusteller, der über entsprechende Logistik verfügt, diese Dienstleistung täglich durchführt, und (anzunehmenderweise) schon über entsprechende Versicherungen etc. etc. verfügt, aber in Anbetracht des damit verbundenen Zeitaufwandes würden die damit verbundenen Kosten die reinen Porto-Ersparnisse höchstwahrscheinlich bei weitem überwiegen.
Von der Problematik des Absenders will ich gar nicht sprechen (TE müsste SEINEN Namen + seine Deutsche Absender-Adresse an den Warensendungen anbringen, nicht die des eigentlichen Verkäufers, Käufer erwartet aber eine Sendung des Verkäufers, und nicht eine des Dienstleisters...
UND GANZ SELBSTVERSTÄNDLICH: dass eine Verlängerung der durchschnittlichen Versandzeit um 7-10 Tage (eigentlich mehr, denn Deutsche Käufer sind gewohnt, aus Österreich Briefe zu erhalten! Mache denen mal klar, dass sie Warensendungen erhalten werden, die vor der eigentlich Sendungs-Aufgabe schon eine 8-tägige Odyssee hinter sich haben!) sich auf die Sternchenbewertung so auswirken wird, dass der Verkäufer nach 3 Monaten eh nix mehr verkaufen darf, erscheint mir als mit Sicherheit gegeben.
Fakt ist: die Idee wäre spannend, aber sie ist einfach nicht praktikabel. Die Auslandspost in Österreich ist zwar extrem teuer.
ABER: Österr. Inlandspost PLUS Deutsche Inlandspost PLUS Kosten des dritten, dazwischengeschalteten Transport-Dienstleisters ZUSAMMEN sind deswegen nicht niedriger, und falls dadurch doch eine kleine Ersparnis zu erzielen würde: die sonstigen damit verbundenen Nachteile - insbesondere der deutlichen Verzögerung der Zustellung - machen eine solche Dienstleistung nicht praktikabel.
Es grüßt euch
gruenhase
Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut. Ihr dürft jetzt weitermachen! 