27-05-2019 11:16
Hallo,
habe wegen Falschbestellung bei einem Artikel die Annahme verweigert und der Verkäufer will mir nun von der Rückerstattung (123€) 9,90 € abziehen da DHL angeblich so viel dafür berechnet. Ist das normal?
LG
Ohne rechtliche Haltbarkeit versuche ich es mal auf dem ganz normalen Wege zu erklären,
der mir persönlich logisch und menschlich erscheint:
Ein Käufer sollte finanziell komplett schadlos gestellt werden, wenn aufgrund fehlerhafter Beschreibung ein falscher, aufgrund unsachgemäßer Verpackung oder andersweitigen Gründen ein beschädigter Artikel ankommt.
Denn dafür kann der Käufer nichts.
Ein Verkäufer jedoch sollte ebenso schadlos gestellt werden (können), wenn ein Käufer ohne ordentliche Einleitung eines Widerrufes einfach nur die Annahme verweigert.
Aus welchem Grunde sollte der Verkäufer denn auf den Versandkosten (online vermutlich 5,90 € zzgl. 4,00 € Rückversandgebühr?) ohne jedwede Gegenleistung sitzen bleiben müssen?
Wie der Widerruf genau zu erfolgen hat, steht in den Widerrufsbedingungen im betreffenden Angebot.
Da habe ich bewusst noch nie gelesen, dass eine einfache Annahmeverweigerung dem Widerruf gleichgesetzt ist.
Sondern in aller Regel eine eindeutige Erklärung in Form einer eMail oder sonstigen Kontaktaufnahme gemäß den jeweiligen Widerrufsbedingungen erforderlich wäre.
Solch Hin-und Her-Versand wegen der ach so praktischen Rückgabementalität selbst bei ordentlichem Widerruf versaxt die Preise auf online-Marktplätzen für alle Käufer,
weil jeder nur halbwegs vernünftig kalkulierende gewerbliche Verkäufer diese ihm dann zu Lasten fallenden Hinversandkosten bereits anteilig in alle Verkaufspreise mit einbezieht.
Wenigstens gibt es nicht überall den auch noch kostenlosen Rückversand.
Auch so können Mondpreise für eigentliche Cent-Artikel entstehen.
Du selbst bietest als privater Verkäufer für Deine "brandneuen" medizinischen Hilfsmittel ja noch nicht mal eine Rückgabemöglichkeit an!
Ich verstehe diese Menschen nicht, die bzgl. des eigenen Geldbeutels ihr Recht zu kennen glauben und es mit allen Mitteln durchsetzen wollen, die Belange anderer Parteien dabei jedoch vollkommen außer acht lassen.
@aschebergerin
Aus dem gleichen Grunde,
wie echte gewerbliche Verkäufer Rücknahmen für brandneue Blutzucker-Teststreifen in ungeöffneten Original-Verpackungen anbieten !
Denn all das hier aus ordentlichen Widerrufsbelehrungen (auszugsweise entliehen, Standard) trifft für Deine Blutzucker-Teststreifen wohl nicht zu:
"Das Widerrufsrecht besteht nicht bei Verträgen
- zur Lieferung von Waren,
die nicht vorgefertigt sind und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist
oder die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten sind;
- zur Lieferung von Waren, die schnell verderben können oder deren Verfallsdatum schnell überschritten würde;
Das Widerrufsrecht erlischt vorzeitig bei Verträgen
- zur Lieferung versiegelter Waren,
die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn ihre Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde;"
Wo also wäre das Problem für eine Rücknahme?
Ah ja, ich verstehe natürlich:
Privatens haben auch bei Neuware Narrenfreihei und müssen keinen Service und keine Transparenz anbieten!
Noch nicht mal mit Rücksendekosten durch den Käufer.
Weil die natürlich dann die Hinsendekosten nicht verlieren möchten!
Ich z.B. biete auch in meinen privaten Angeboten immer eine Rücknahme an.
Aber schon klar:
Von anderen verlangen, was man selbst nicht bereit ist zu geben,
das ist gaaaanz groß in Mode !